Training mit Leistungsmessung

Aktualisiert April 2019

Im folgenden Beitrag werde ich ein paar Gedanken und Tipps zum Radfahren mit Leistungsmessung zusammenfassen.

Training generell

Generell empfehle ich jedem (ambitionierten) Sportler mindestens einmal pro Jahr eine Spiroergometrie mit einem Belastungs EKG durchzuführen.  Wenn diese Untersuchungen zum gleichen Zeitpunkt gemacht werden, hat man vergleichbare Werte über den Trainingszustand des Körpers und  zusätzlich kann man eventuelle Erkrankungen feststellen. Hier können auch die optimalen Trainingszonen festgestellt werden. Die „Daumen mal Pi“ Methoden zur Berechnung der Herzfrequenz Trainingszonen sind nur in sehr seltenen Fällen zutreffend und absolut nicht empfehlenswert.

Trainingszonen und Daten

Egal ob man mit Herzfrequenz oder mit Leistungsmessung trainiert, wichtig ist dass man weiß wie und was man trainieren sollte. Ohne Plan und Ziel trainieren kann zwar auch funktionieren, aber dazu braucht man weder einen Puls- noch einen Leistungsmesser. In diesem Fall kann man das Geld besser investieren (eventuell für ein Trainingslager).

Wann macht Leistungsmessung Sinn?

Zu allererst müssen die Rahmenbedingungen geklärt werden. 
Die Leistungsbereiche werden normalerweise mit einem 20 Minuten Functional Treshold Power (FTP) Test ermittelt. Dazu fährt man auf einer möglichst gleichmäßigen Strecke (am besten flach) für 20 Minuten so schnell wie möglich. Wie mit allem muss man auch diesen 20 Minuten Test etwas üben und die ersten paar Mal wird man sich erst an das optimale Ergebnis herantasten können. Dieser Test sollte in der Vorbereitungsphase einmal pro Trainingsblock (alle 4 Wochen) gemacht werden. 

Sollte ein Leistungsmesser gekauft werden?

Wenn man die Folgenden Fragen für sich und ehrlich zu sich selbst mit Ja beantworten kann, dann könnte man sich die Investition überlegen:

  • Trainiere ich mit Plan und halte ich mich an meinen Plan (egal ob vom Trainer oder Selbst gemacht)
  • Bin ich bereit meine Trainingsdaten nach dem Training auszuwerten.
  • Will ich mich mit Software zur Auswertung von Trainingsdaten beschäftigen?

Vorteile von Leistungsmessung im Training und Wettkampf

Der größte Vorteil von Leistungsmessung ist die Unabhängigkeit von äußeren Umständen. Im Gegensatz zur Herzfrequenz  (HF)  wird die Leistung nicht von der Temperatur oder von Müdigkeit / Stress beeinflusst. 
Intervalle sind beim Training nach Watt komplett unterschiedlich als wenn man nach HF trainiert, da die HF eine bestimmte Zeit zum Reagieren auf die Belastung braucht, die Leistung ist von der ersten Sekunde an gemessen. Beim Trainieren mit Watt sieht man in den HF und Leistungskurven die Unterschiede.
Es folgt die Leistungs und HF Kurve eines 1- Minuten Intervalls, (3. Intervall mit 4 Minuten Pause, im schwarzen Rechteck ist das Intervall gekennzeichnet) Hier sieht man genau, wie der Puls verzögert reagiert und dass solche Intervalle mit reiner HF Messung nicht optimal trainiert werden können.

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